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Sekundenschlaf: Wie man Unfälle verhindern könnte

Die Fahrt in den Urlaub bedeutet häufig auch lange Reisezeiten und übermüdete Fahrer. Laut Studien ist Sekundenschlaf die Ursache für jeden dritten Unfall - also für 700.000 Crashs mit vielen Toten und Verletzten. Allein der Sachschaden beläuft sich in Deutschland auf rund zehn Milliarden Euro pro Jahr.

Die Lösung

In einigen Ländern, zum Beispiel Frankreich, gibt es an den Fahrbahnrändern daher Rüttelstreifen. Wer über diese fährt, wird durch die entstehende Vibration und ein lautes Geräusch geweckt.

Aber was in Frankreich schon lange üblich ist, gibt es in Deutschland nicht. Seit Jahren drängen die Verkehrsclubs auf eine Übernahme des Systems aus den Nachbarländern - und zwar für alle größeren Straßen wie Autobahnen und Bundesstraßen. Bislang vergeblich.

Dabei könnten die Streifen Leben retten, meint Klaus Reindl einem renomierten Automobilclub: "Man wird letztendlich nicht alle Unfälle ausschließen, aber es ist ein ganz gewaltiger Schritt zu mehr Verkehrssicherheit."

Die Fakten

Seit 20 Jahren befasst sich die Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) in Bergisch-Gladbach mit dem Thema Rüttelstreifen. Vor acht Jahren nahmen die Beamten einen neuen Anlauf. Jetzt untersuchen sie eingefräste Rüttelstreifen. Die werden in Skandinavien und in den USA schon lange erfolgreich eingesetzt. Das wenig überraschende Ergebnis auf einer 30 Kilometer langen Teststrecke in Brandenburg: Die Zahl der Unfälle nahm erheblich ab, und es gab auch sehr viel weniger Tote und Schwerverletzte.

Schäden durch Rüttelstreifen?

Gegner der Rüttelstreifen führen an, dass diese Schäden verursachen könnten und die Kosten für ihre Instandhaltung hoch seien. Doch Untersuchungen des BAST und des Instituts für Straßenwesen an der Technischen Hochschule Aachen konnten das bereits widerlegen. Entsprechende Testergebnisse liegen schon seit Jahren vor. Selbst Schneepflüge konnten den Streifen nichts anhaben.

Tatsächlich bedeuten weniger Unfälle auch weniger Reparaturkosten – und so können die Rüttelstreifen sogar Geld sparen. Doch statt zu handeln, hat bisher die Politik der BAST immer wieder neue Tests und Versuche aufgetragen.

Lahme Politik

Beim Bundesverkehrsministerium sind alle Initiativen immer abgeblitzt - und zwar schon lange vor der Amtszeit des jetzigen Ministers Wolfgang Tiefensee. Er stellt sich zwar einem Interview, fühlt sich für die Rüttelstreifen aber auch nicht wirklich verantwortlich. Vielmehr müssten die Bundesländer tätig werden. Aber bis die Verkehrsminister der Länder sich einigen, kann noch viel Zeit vergehen.

Französische Lösung: Rüttelsitze

Unterdessen haben wieder einmal die französischen Autohersteller der deutschen Konkurrenz gezeigt, wo es lang geht - als Pioniere einer Rütteltechnik im Auto: Die Straßenmarkierungen werden per Infrarot überprüft. Der Fahrer wird durch ein Rütteln des Sitzes alarmiert, wenn er von der Fahrbahn abkommt.

Was aber mindestens genau so wichtig ist auf der Fahrt in den Urlaub: Mindestens alle zwei Stunden oder alle 200 Kilometer eine Pause machen. Und lieber etwas später ankommen als gar nicht.

Immer wieder interessant - die News auf www.euac.at


[Newsfeed mit freundlicher Genehmigung des
Europäischen Automobil und Verkehrsclubs]

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